Archive for the ‘Tagebücher Teilnehmer’ Category

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Peter Ladrière, Hägendorf, 6 Wochen vor Expeditionsstart

Donnerstag, Juni 18th, 2009

Ich habe lange mit dem Gedanken befasst, an einer speziellen Expedition teilzunehmen. Ich wollte zweimal auf den Lhakpa Ri/Tibet ( 7045m ) steigen, doch jedesmal musste die Expedition aus politischen Gründen abgesagt werden. Per Zufall hörte ich auf Schweizer Radio DRS1 einen Bericht über die geplante Forschungsexpedition auf den 7134 Meter hohen Pik Lenin. Unverzüglich meldete ich mich für einen Höhenbergsteigerkurs an. Dies war im November 2008. In diesem Kurs wurde unter anderem zu den Themen Material, Gesundheit, Ernährung und Training orientiert. So konnte ich mich körperlich wie auch mental auf eine allfällige Expedition auf den Pik Lenin vorbereiten. Der Kurs zeigte mir, welche Anforderungen bei einer solchen Expedition an mich gestellt werden. Nach einem Informationsnachmittag meldete ich mich schliesslich als Proband für die Forschungsexpedition nach Kirgistan an. Schnell habe ich mit den Vorbereitungen begonnen. Ich habe schon früher viele Bergwanderungen unternommen. Und so steigerte ich meine Ziele sowohl was die Dauer als auch was die Höhe betrifft. Auch beim Gewicht, legte ich zu. Zuerst packte ich einen, später bis zu zehn Liter Wasser in meinen Rucksack. Zudem besuche ich in nächster Zeit auch einen Outdoor-Medizinkurs. Im Hinblick auf die bevorstehende Expedition bin ich sehr zuversichtlich. Ich stütze mich voll und ganz auf das Expeditions-Leiterteam. Mein Gefühl ist gut, weil ich schon einen Sechstausender bestiegen habe. Ich kenne diese Höhe und weiss wie ich darauf reagiere. Ich stelle mir lediglich die Frage, ob ich alles Material dabei habe. Die Reduktion auf das Wesentliche ist nicht immer einfach. Für mich gilt: Schwierige Ziele führen zu hoher Leistung

Peter Ladriere

Von Peter Ladrière

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Andi Rüegger, Zofingen, 6 Wochen vor Expeditionsstart

Mittwoch, Juni 17th, 2009

So oder so: Die Vorfreude überwiegt…

Bekannte und Kollegen haben sich ganz unterschiedlich zum bevorstehenden Abenteuer Pik Lenin  geäussert. Die einen haben offen ihre Bewunderung geäussert,  für die anderen bin ich nur ein Spinner, der etwas Lebensgefährliches unternimmt. Klar sehe ich das nicht so (ich hätte mich ja sonst nie angemeldet), doch kommen bei Stichworten wie Lebensgefahr, Risiko, Todeszone, Hirn- und Lungenödeme auch Zweifel auf, ob das was wir hier vorhaben wirklich sicher ist. 100%ige Sicherheit gibt es nicht. Wichtig ist mir, dass ich nur so viel riskiere, wie ich es gegenüber meiner Familie und insbesondere unserer Tochter gegenüber verantworten kann.  Sollte es dann am Berg nicht bis ganz auf die Spitze reichen, dann ist es halt so.

Die Vorbereitung bis zum Beginn der Expedition ist nun noch geprägt von längeren Ausdauertrainings. Auch die Kraft der Bein und Rumpfmuskulatur muss ich noch weiter trainieren. Die ganze Ausrüstung zusammen zu tragen braucht mehr Zeit, als ich es erwartet hätte. Ich komme mir vor wie bei einer Reise mit einem Kreuzfahrtschiff: Soll ich nun das blaue Hemd und den hellen oder doch lieber den dunklen Anzug einpacken? Bei der Expeditionsausrüstung ist es fast das gleiche: nur gilt es hier zwischen Leibchen aus Merinowolle und Polyester zu unterscheiden. Mich würde es ganz sicher enorm ärgern, wenn ich wegen der falschen oder schlechteren Ausrüstung den Gipfel nicht schaffen würde, als wenn ich aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müsste.

Zu meiner mentalen Vorbereitung gehört, dass ich mir lange Aufstiege, eisige Nächte in Biwaks und Weiteres immer wieder vorstelle, so dass ich in der jeweiligen Situation hoffentlich instinktiv richtig reagiere und nicht unnötig Energie verbrauche. Der Pik Lenin wird mich sicherlich an meine Grenzen führen und ich werde meine Reserven brauchen. Den eigenen Körper zu kennen und zu wissen, was man leisten kann ist ein gutes Gefühl.  Bei einer medizinischen Forschung als Versuchskaninchen teilzunehmen, ist dabei eher eine zusätzliche Herausforderung als eine Belastung.

So oder so. Ich freue mich schon wie ein kleiner Schulbub auf dem ersten Tag am Berg!

Andreas Rüegger

Von Andi Rüegger

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Felix Näf, Oberflachs, 6 Wochen vor Expeditionsstart

Dienstag, Juni 16th, 2009

Meine Vorbereitung auf die Besteigung des Pik Lenin läuft doppelspurig, sollte eigentlich dreispurig sein. Zum einen meditiere ich täglich. Ich merke, wie mir das eine innere Ruhe gibt und wie es mein physisches Fitnesstraining unterstützt. Zum andern trainiere ich meinen Körper mehr als üblich. Zu Tagesbeginn stehen diverse Dehnübungen, Rumpfbeugen und Liegestützen auf dem Programm. Die 10 km lange Velofahrt ins Büro und zurück wird ein- bis zweimal die Woche verlängert, teilweise vervierfacht und zwischendurch treibe ich den Puls beim Joggen in die Höhe. Das Höhentraining dagegen, das kommt im Moment mangels Möglichkeiten und wegen der knappen Zeit leider zu kurz. Die dritte Spur der Vorbereitung aber, die hinkt am meisten hinten nach: Lesen über Kirgistan, den Piz Lenin, Höhenbergsteigen, Höhenkrankheiten und anderes mehr. Ich hoffe, dass es am Berg selber dann auch einmal ruhige Zeiten und Möglichkeiten zum lesen gibt.

Felix Naef

Von Felix Näf