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Andreas Rüegger aus dem Basislager

Neuer Höhenrekord…

Am heutigen Ruhetag läuft ganz gemütliches Lagerleben. Wie die Meisten widme ich meine Zeit der Körper- und Materialpflege. Beides ist in den letzten Tagen etwas zu kurz gekommen. Die Kleider und Schuhe, wie auch der Körper stinken schon ein bisschen, aber das stört hier eigentlich kaum jemanden, denn allen geht es gleich.

Der gestrige Tag war dagegen sehr ereignisreich. Nach einer kurzen Nacht mit ganz wenig Schlaf ging es bereits um 5 Uhr los, quer über den Gletscher auf den Weg zum Lager II in 5440. In ganz kleinen Schritten stapften wir den Berg rauf. Der Gipfel schien uns bereits so nah, doch sagten unsere Höhenmesser, dass uns noch beinahe 2000 Meter vom Gipfel trennen. Die Nordwand des Pik Lenin ist so unglaublich hoch. Kaum zu glauben, dass wir den Gipfel in ein paar Tagen schaffen sollten.

Angekommen im Lager II deponierten wir in unseren Zweierzelten Essmaterialien und sonstiges Zeugs, das wir in den kommenden Tagen in Lager II und III brauchen werden. Viel mehr mochten wir nicht tun. Prahlten ich und Martin Hug bei einer Rast auf 5000m noch, dass wir als erstes in Lager II eine feine Wurst essen würden, vermochten wir im Lager gerade noch einen Riegel und ein paar Trockenfrüchte zu essen. Dennoch freute ich mich über einen persönlichen Höhenrekord. So hoch oben war ich noch nie.

Schon beim Aufstieg sahen wir, dass ein Expeditionsmitglied gesundheitliche Probleme hatte. Im untersten Teil des Abstiegs ins Lager I schlossen wir auf die Rettungskolonne auf. Die Hilfeleistung war sehr schnell und professionell, was mich sehr beruhigte. Bereits am Abend traf ein riesiger Helikopter ein und die Evakuation konnte eingeleitet werden. Ich bin sehr erleichtert, dass die Hilfe so schnell geklappt hat und es unserem Teammitglied nach neusten Informationen wieder besser geht.

So ein Ereignis geht einem sehr nahe und persönliche Höhenrekorde sind dann so ganz und gar unwichtig.

Andreas Rüegger

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