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Andreas Rüegger, zwei Wochen vor dem Expeditionsstart

Posted By admin On 12. Juli 2009 @ 11:54 In Tagebücher Teilnehmer | Comments Disabled

Fragen über Fragen

Die Nervosität steigt. Das zeigt sich auch daran, dass ich jetzt schon zum x-ten Mal meine Tasche ein und wieder ausgepackt habe. Habe ich an alles gedacht? Ständig kommen mir noch Kleinigkeiten in den Sinn. Sachen und Sächeli, die ich auch noch mitnehmen könnte.. Wenn da nur nicht die  Gewichtslimit von 23 kg wäre….. . Nicht zu vergessen auch die Tatsache, dass ich am Berg dann auch den Rucksack selber schleppen muss. Habe ich aber wirklich alles Nötige dabei?

Wie es ist mit einem schweren Rucksack in der Höhe zu gehen, habe ich am Wochenende in Zermatt getestet. Mit den Tourenskis ging es in einem Eilmarsch vom Trockenen Steg bis auf das Kleine Matterhorn. Fazit: Die Fitness stimmt. Die 15 kg im Rucksack waren nicht zu viel und auch auf 3800 Meter über Meer konnte mir die dünne Luft nichts anhaben. Doch die Zweifel bleiben: Habe ich genügend trainiert?

Einen Vorgeschmack auf die die Kälte hatte ich beim Aufstieg. Auf 3600m fing es an zu schneien und es wehte eine kalte Bise. Schliesslich wurde es mir im Kurzarmleibchen doch zu kalt und ich musste eine Windjacke anziehen. Am Pik Lenin wird es dann wohl eher eine Daunenjacke sein, die mich warm halten muss. Zu schaffen werden mir die zu erwartenden grossen Temperaturunterschiede machen. Tagsüber soll die Sonne mit 40° plus brennen, nachts soll das Quecksilber auf empfindliche Minusgrade fallen. Ich bin gespannt, wie ich das ertrage?

In Zermatt habe ich eine wichtige Kleinigkeit besorgt: Walliser Trockenfleisch und Speck sollen dazu dienen, meine Motivation und Energie im ewigen Eis aufrecht zu erhalten. Die Expeditionsleitung hat uns gesagt, dass Gelüste sich in der Höhe verändern sollen. Normalerweise stehe ich nicht allzu sehr auf Süssigkeiten stehe und halte mich an das „Rässe“. Habe ich richtig eingekauft?

Die Gedanken sind nun immer öfters „am Berg“. Ich suche im Internet fleissig nach Berichten von anderen Bergsteigern, die sich schon am Pik Lenin versucht haben. Es sind zum Teil unglaubliche Erlebnisse, die zu finden sind. Ist es wirklich so hart?

Fragen über Fragen.

Andreas Rüegger [1]


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