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Andi Rüegger, Zofingen, 6 Wochen vor Expeditionsstart

Posted By admin On 17. Juni 2009 @ 15:56 In Tagebücher Teilnehmer | Comments Disabled

So oder so: Die Vorfreude überwiegt…

Bekannte und Kollegen haben sich ganz unterschiedlich zum bevorstehenden Abenteuer Pik Lenin  geäussert. Die einen haben offen ihre Bewunderung geäussert,  für die anderen bin ich nur ein Spinner, der etwas Lebensgefährliches unternimmt. Klar sehe ich das nicht so (ich hätte mich ja sonst nie angemeldet), doch kommen bei Stichworten wie Lebensgefahr, Risiko, Todeszone, Hirn- und Lungenödeme auch Zweifel auf, ob das was wir hier vorhaben wirklich sicher ist. 100%ige Sicherheit gibt es nicht. Wichtig ist mir, dass ich nur so viel riskiere, wie ich es gegenüber meiner Familie und insbesondere unserer Tochter gegenüber verantworten kann.  Sollte es dann am Berg nicht bis ganz auf die Spitze reichen, dann ist es halt so.

Die Vorbereitung bis zum Beginn der Expedition ist nun noch geprägt von längeren Ausdauertrainings. Auch die Kraft der Bein und Rumpfmuskulatur muss ich noch weiter trainieren. Die ganze Ausrüstung zusammen zu tragen braucht mehr Zeit, als ich es erwartet hätte. Ich komme mir vor wie bei einer Reise mit einem Kreuzfahrtschiff: Soll ich nun das blaue Hemd und den hellen oder doch lieber den dunklen Anzug einpacken? Bei der Expeditionsausrüstung ist es fast das gleiche: nur gilt es hier zwischen Leibchen aus Merinowolle und Polyester zu unterscheiden. Mich würde es ganz sicher enorm ärgern, wenn ich wegen der falschen oder schlechteren Ausrüstung den Gipfel nicht schaffen würde, als wenn ich aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müsste.

Zu meiner mentalen Vorbereitung gehört, dass ich mir lange Aufstiege, eisige Nächte in Biwaks und Weiteres immer wieder vorstelle, so dass ich in der jeweiligen Situation hoffentlich instinktiv richtig reagiere und nicht unnötig Energie verbrauche. Der Pik Lenin wird mich sicherlich an meine Grenzen führen und ich werde meine Reserven brauchen. Den eigenen Körper zu kennen und zu wissen, was man leisten kann ist ein gutes Gefühl.  Bei einer medizinischen Forschung als Versuchskaninchen teilzunehmen, ist dabei eher eine zusätzliche Herausforderung als eine Belastung.

So oder so. Ich freue mich schon wie ein kleiner Schulbub auf dem ersten Tag am Berg!

Andreas Rüegger [1]

Von Andi Rüegger


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